Und ploetzlich ist alles anders. Nachdem ich meine Wanderschuhe an den Nagel gehaengt habe, machte ich noch einen Abstecher nach San Sebastian und weiter mit dem Zug nach Hendaye, der ersten Stadt ganz im Suedwesten von Frankreich. Von dort aus gings per Anhalter waehrend 4 Tagen nicht durch die Galaxie aber immerhin via Bordeaux, Lyon und Genf bis nach Bern – um mich dann 3 Tage spaeter zusammen mit Vivi in ein Flugzeug nach Sri Lanka zu setzen.
In Sri Lanka wohnten wir in einem huebschen Hotel ganz fuer uns alleine, da im Sueden der Insel Nebensaison oder besser gesagt Monsoonzeit ist. Wir hatten also 3 Angestellte fuer uns ganz alleine und die Jungs machten ihren Job hervorragend, wenn auch nicht jeder einen wirklich anstrengenden Job hatte. Wir hatten direkten Zugang zum Strand und auch den fast fuer uns ganz alleine, nur waren die Wellen dort etwas wild durcheinander aber ansonsten so, wie man sich einen weissen Palmenstrand aus dem Katalog vorstellt.
Um in Sri Lanka etwas zu erleben, muss man sich nur an eine befahrene Strasse wagen. Die halsbrecherische Fahrweise der sehr aktiven Verkehrsteilnehmer ist fuer uns Schweizer schwierig verstaendlich. Die Hupe dient als Signal “Achtung, ich komme” und ist eigentlich immer in Betrieb. Ueberholen und dabei ueberholt werden ist keine Seltenheit, wenn das aber auf der Gegenfahrbahn mit mehreren Bussen passiert, die auf einem Zukommen, wurde es auch mir etwas mulmig. Vorallem, wenn wir hinten in einem Tuk-Tuk sassen, die auf der Strasse nach den Velo und Mopedfahreren ganz unten in der Nahrungskette fungieren. Dann gibt es auch noch die nicht motorisierten Nicht-Verkehrsteilnehmer, die aber trotzdem die Strasse fuer sich beanspruchen. Sprich akutsuizid-gefaehrdete Hunde, die in der groessten Rushhour (ist eigentlich immer) auf der Strasse ein Nickerchen machen.
Nach einer Woche Strand-Erholung machten wir uns auf eine 4-taegige Tour durchs Hochland und an die Ostkueste auf. Die ersten 2 Taege mit einem Guide, danach weiter per oeffentlichem Bus. Auf Sri Lanka gibt es fuer jeden, ausser Schneesportler oder Polarforscher, einen passenden Ort. Ist es im Westen regnerisch, scheint im Osten die Sonne – im Norden ist es meist trocken und heiss. Im Mittelland oder auch Hochland ist es angenehm warm oder schon kalt und der hoechste Berg ueberragt die Insel um 2600 Meter. Auch Surfer finden immer ein passendes Plaetzchen um ihrem Hobby zu froehnen. Nach vielen Stunden im Bus und Besuchen im Elephanten-Waisenhause, Teeplantagen, Tempeln, usw. kamen wir in Arugam Bay im Osten der Insel an. Und siehe da… perfekte Wellen, gemuetliches Suferdoerfchen, viel Sonne und ein von einem Schweizer gefuehrtes Surfcamp.
Fast etwas wehmuetig gings dann zurueck an die Westkueste in unser “altes Hotel” zurueck, um die letzten gemeinsamen Tag an der Sonne zu geniessen. Gestern verabschiedete ich dann Vivi am Flughafen. Mir hat dieses Arugam Bay so imponiert, dass ich mich naechste Woche fuer ein verlaengertes Visum bemuehen werde und dann fuer die naechste Zeit im Osten von Sri Lanka ein paar Wellen vernichten. Mal schauen, ob die mich noch laenger im Land haben wollen…
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